celeco GmbH RICHTIG LESEN LERNEN

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unseren Datenschutzrichtlinien

Kunden - Login

Lesestörungen und Leseschwäche


Unangepasste Größe der Blicksprünge

Wie bereits beschrieben, kann ein Wort oder Wortsegment nur dann richtig erkennt werden, wenn der Blick so auf dieses gerichtet wird, dass es im Bereich schärfsten Sehens, dem fovealen Bereich der Netzhaut, abgebildet wird. Der Grund liegt darin, dass die Sehschärfe nur in diesem kleinen Bereich im Zentrum des Gesichtsfeldes hinreichend ist, um den Text einer Tageszeitung oder eines Buches lesen zu können. Wird der Blick auf eine Buchseite gerichtet, so kann deshalb nur derjenige kleine Ausschnitt der Seite scharf gesehen werden, der im Bereich der Fovea im Zentrum unserer Netzhaut abgebildet wird. Um den ganzen Text lesen zu können, müssen deshalb nacheinander die aneinander angrenzenden Textausschnitte, in das scharf sehende Zentrum des Gesichtsfeldes verschoben werden. Dies geschieht durch Blicksprünge (Sakkaden) (Rayner et al. 1996). Will man z.B. den Satz „Peter arbeitete gestern Abend“ lesen, so muss zunächst zum ersten Wort Peter geblickt werden. Der Blick wird dabei in die Mitte des Wortes, also auf das t zielen (Underwood et al. 1990). Wurde beim Lesen eines Textes ein Wort oder ein Wortsegment innerhalb einer Fixationsphase erkannt, so erfolgt ein Blicksprung zum nächsten Wort oder Wortsegment. Dieser Blicksprung muss genau so groß sein, dass das nach dem Blicksprung zu lesende Wortsegment sich an das vor dem Blicksprung gelesene Wortsegment anschließt (Morris et al. 1990). Hier liegt eine weitere Ursache für „Lesestörungen“, denn manche Kinder führen zu große Blicksprünge aus. Angenommen, es konnte ein Wortsegment einer Größe von 5 Buchstaben gelesen werden, wobei der Blick auf den mittleren Buchstaben gerichtet wurde. Nun erfolgt ein Blicksprung über 7 Buchstaben zum nächsten Wortsegment. Wieder kann das Kind außer dem fixierten Buchstaben, zusätzlich 2 Buchstaben links und 2 Buchstaben rechts vom anfixierten mittleren Buchstaben des jetzt zu lesenden Wortsegments erkennen. Werden derart große Blicksprünge ausgeführt, so werden zwischen den beiden Wortsegmenten 2 Buchstaben übersehen. Häufig ergänzen Kinder die fehlenden Buchstaben. Da die Ergänzungen oft falsch sind, lesen die Kinder immer wieder was nicht im Text steht. Die Größe der Blicksprünge muss sich also jeweils an der Größe der Wortsegmente ausrichten, die ein Kind lesen kann und darf sich nicht an der Größe der Blicksprünge normaler Leser als einer vorgegebenen Norm orientieren. Die Frage, ob von der Norm abweichende Blicksprünge beim Lesen eine „Lesestörung“ verursachen können, wird bis heute kontrovers diskutiert (Rayner 1978; Pavlidis 1985; Conners 1990; Biscaldi et al. 2000; Fischer u. Hartnegg 2000). Es wurde argumentiert, dass die bei Probanden mit einer '''Lesestörung''' häufig gefundenen unregelmäßigen Augenbewegungen auch bei guten Lesern auftreten können und dass schlechte Leser auch normale Augenbewegungen zeigen können. In einer neuen Studie konnten wir zeigen, dass Lesestörungen nicht dadurch zustande kommen, dass von der Norm abweichende Augenbewegungen auftreten. Als Ursache zeigte sich eine oft mit irregulären Augenbewegungen einhergehende Verminderung der Fixationsphase und eine inkomplette Fixation zu lesender Wortsegmente.

Seite 6 von 12 | Alles auf einer Seite       Nächste Seite

Zum SeitenanfangZum Seitenanfang
celeco GmbH, Karl-Schmid-Str. 14, 81829 München, Tel.: ++49 (0)89 82006916, Fax: ++49 (0)89 82909307, E-Mail: info@celeco.de
Datum der letzten Änderung: 14.08.2018Copyright 2005 - 2018 celeco GmbH - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Impressum - Datenschutz