celeco GmbH RICHTIG LESEN LERNEN

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unseren Datenschutzrichtlinien

Kunden - Login

Lesestörungen und Leseschwäche


Lesestörungen und Leseschwächen haben vielfältige Ursachen

Neben den genannten Ursachen für Lesestörungen existieren weitere Leistungsschwächen, die Ursachen für Lesestörungen oder Leseschwächen sein können. Neben schweren Sehstörungen, Hörstörungen und Sprachstörungen waren es die folgende 14 Störungen, die in unseren kontrollierten Studien eine Lesestörung verursachten (Werth 2007, Klische 2007):

  1. Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird nicht am richtigen Ort fixiert.
  2. Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird zu kurz fixiert.
  3. Die einzelnen Buchstaben des zu lesenden Wortes oder Wortsegments werden zwar erkannt, das Kind benötigt jedoch zu lange oder ist außerstande, die zu der Buchstabenfolge gehörende Lautfolge abzurufen.
  4. Es können nur kleine Wortsegmente erkannt werden, weil das Aufmerksamkeitsfeld nicht weiter ausgedehnt werden kann. Das Kind versucht jedoch größere Wortsegmente zu lesen.
  5. Es können nur kleine Wortsegmente gelesen werden, weil die Fähigkeit zum simultanen Erkennen mehrerer Buchstaben zu schwach entwickelt ist. Das Aufmerksamkeitsfeld kann jedoch hinreichend weit ausgedehnt werden.
  6. Beim Lesen werden zu große Blicksprünge ausgeführt. Dadurch werden häufig Buchstaben, Wortsegmente oder ganze Wörter übersehen. Das Kind errät das zu lesende Wort häufig, da es das Wort nur teilweise oder gar nicht erkannt hat.
  7. Die während des Blicksprungs gehemmte Sehleistung erholt sich nachdem Blicksprung zu langsam um das jetzt fixierte Wort oder Wortsegment zu lesen.
  8. Das Kind kann seine Aufmerksamkeit nicht genügend auf das Lesen eines Wortes oder Wortsegments konzentrieren, da es vom um das zu lesende Wort oder Wortsegment liegenden Text abgelenkt wird.
  9. Das Kind blickt zwanghaft immer wieder zu bereits richtig gelesenen Wörtern oder Wortsegmenten um zu kontrollieren, ob es richtig gelesen hat. Dadurch wird flüssiges Lesen verhindert.
  10. Das Kind kann zwar lesen, kann aber den Inhalt des Gelesenen nicht erfassen, da es alle Aufmerksamkeit auf den Leseprozess richten muss und dadurch dem Inhalt keine Aufmerksamkeit schenken kann.
  11. Das Kind kann lesen, kann aber die Bedeutung gelesener Wörter nicht lange genug im Gedächtnis speichern, um den Inhalt eines Textes zu erfassen. Diese Leistungsschwäche wird durch eine verminderte Gedächtnisleitung für gelesene Wörter hervorgerufen.
  12. Gelesene Wörter können nicht mit einer Bedeutung verknüpft werden oder die Bedeutung kann nicht schnell genug aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Hiervon sind fast ausschließlich Kinder betroffen, die einen Text lesen, der nicht in ihrer Muttersprache abgefasst ist.
  13. Aussprechbare Pseudowörter können richtig gelesen werden. Wörter einer existierenden Sprache werden jedoch oft falsch gelesen, weil das Kind die Ausspracheregeln nicht schnell genug aus dem Gedächtnis abrufen und/oder auf die Aussprache des gesehenen Wortes anwenden kann. Hiervon sind fast ausschließlich Kinder betroffen, die einen Text lesen, der nicht in ihrer Muttersprache abgefasst ist.
  14. Wörter werden zwar vom visuellen System richtig analysiert, die Laute der einzelnen Buchstaben werden richtig aus dem Gedächtnis abgerufen, das Wort kann richtig nachgesprochen werden, jedoch kann die Lautfolge das gesamten Wortes nicht richtig gebildet werden, wenn das Wort visuell geboten wird.

Wie bereits erwähnt, können auch psychischen Problemen, wie z.B. Schulangst oder mangelnder Motivation, Leseprobleme hervorrufen, die wir dann als „Leseschwäche“ bezeichnen. Doch handelt es sich dabei nicht um eine andere Kategorie von Ursachen. Es sind dann zwar die gleichen neuronalen Strukturen, die beim Lesen eine verminderte Leistung zeigen. Der Unterschied besteht darin, dass bei der Lesestörung eine entwicklungsbedingte oder erworbene Funktionsminderung der für das Lesen notwendigen neuronalen Netzwerke besteht. Im Fall einer Leseschwäche sind es psychische Probleme die dazu führen, dass die Leistung normal funktionierender neuronaler Netzwerke nicht ausgeschöpft wird. Mangelnde Motivation zu lesen führt z.B. in typischer Weise zu sehr kurzen Fixationszeiten (vgl. Ursache 2), zu einem kleinen Aufmerksamkeitsfeld (Ursache 4) und zu großen Blicksprüngen (Ursache 6). Werden die Fixationszeiten, verlängert, die jeweils zu lesenden Wortsegmente und die Blicksprünge verkleinert, so kann auch ohne Steigerung der Motivation meist richtig gelesen werden. Andererseits reicht eine Erhöhung der Motivation zu lesen bereits aus, damit mehr Buchstaben gleichzeitig erkannt werden, das Aufmerksamkeitsfeld sich vergrößert und die Fixationszeiten und Blicksprünge angepasst werden. Dies geschieht dadurch, dass die zum Lesen notwendigen neuronalen Strukturen stärker aktiviert werden und ihre Leistungsfähigkeit dadurch steigern.

Leseschwächen haben oft folgende Ursachen:

  1. Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird nicht am richtigen Ort fixiert.
  2. Das zu lesende Wort oder Wortsegment wird zu kurz fixiert.
  3. Es können nur kleine Wortsegmente erkannt werden, weil das Aufmerksamkeitsfeld nicht weiter ausgedehnt wird, obwohl es bei entsprechender Anstrengung hinreichend weit ausgedehnt werden könnte. Das Kind versucht jedoch größere Wortsegmente zu lesen.
  4. Es können nur kleine Wortsegmente gelesen werden, weil die Fähigkeit zum simultanen Erkennen mehrerer Buchstaben durch zu geringe Mühe nicht ausgeschöpft wird. Das Aufmerksamkeitsfeld kann jedoch hinreichend weit ausgedehnt werden.
  5. Beim Lesen werden zu große Blicksprünge ausgeführt. Dadurch werden häufig Buchstaben, Wortsegmente oder ganze Wörter übersehen. Das Kind errät das zu lesende Wort häufig, da es das Wort nur teilweise oder gar nicht erkannt hat.
  6. Das Kind kann zwar lesen, kann aber den Inhalt des Gelesenen nicht erfassen, da es dem Inhalt zu wenig Aufmerksamkeit schenkt.

Da Lesestörungen wie auch Leseschwächen unterschiedliche Ursachen haben können, und diese Ursachen im Fall der Lesestörung auf Funktionsschwächen oder Funktionsausfällen in unterschiedlichen Hirnstrukturen beruhen, im Fall der Leseschwäche auf mangelnder Aktivierung der jeweiligen Hirnstrukturen beruhen, kann nicht von der „Legasthenie“ oder „Dyslexie“ oder nur von der Leseschwäche schlechthin gesprochen werden. Stattdessen sollte bei jedem Kind zwischen Lesestörungen und Leseschwächen verschiedener Ursachen differenziert werden.
Das bisher Gesagte sollte auch verdeutlicht haben, dass das auf der gemessenen Intelligenz beruhende Kriterium dafür, ob eine Lesestörung, eine Leseschwäche oder allgemein eine Legasthenie besteht, völlig untauglich ist. Führt ein Schüler mit einem Intelligenzquotienten von 130 zu große Blicksprünge aus, fixiert er das zu lesende Wort oder Wortsegment zu kurz, ist seine Fähigkeit mehrere Buchstaben gleichzeitig zu erkennen, vermindert usw. so ist seine Lesefähigkeit in gleicher Weise und durch die gleichen Ursachen verringert, wie bei einem Gleichaltrigen, der aus den gleichen Ursachen eine verringerte Lesefähigkeit besitzt, aber nur einen Intelligenzquotienten von 85 oder von 70 hat. Ob eine Lesestörung oder eine Leseschwäche besteht, ist unabhängig von anderen Leistungen, die beim Intelligenzquotienten gemessen werden. Dies beruht auf der grundlegenden Einsicht der Neuropsychologie, dass bestimmte Leistungen selektiv vermindert sein können, während das übrige Leistungsspektrum völlig normal ist oder die Norm gar übertrifft.

Seite 10 von 12 | Alles auf einer Seite       Nächste Seite

Zum SeitenanfangZum Seitenanfang
celeco GmbH, Karl-Schmid-Str. 14, 81829 München, Tel.: ++49 (0)89 82006916, Fax: ++49 (0)89 82909307, E-Mail: info@celeco.de
Datum der letzten Änderung: 14.08.2018Copyright 2005 - 2018 celeco GmbH - Allgemeine Geschäftsbedingungen - Impressum - Datenschutz